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Schattenseiten der Theologie (1)
Die Schöpfung ist nicht gut
Die religiöse Vorstellungswelt, die gegenwärtige populärkulturellen Erzählungen und nicht zuletzt viele aktuelle Haltungen ökologischer Aufmerksamkeit sind von dem Bild eines verlorenen Paradieses geprägt. Speziell im Kontext der ökologischen Krise verdichtet sich die Idee, die Natur bzw. die natürliche Seite der Schöpfung sei gut – wenn da nur nicht der Mensch mit seinen Eingriffen in die Natur wirksam wäre. In dieser Vorstellung ist die Schöpfung in ihrer Integrität durch Unterlassungen zu bewahren.
Dieser eher romantische Vorstellung einer so göttlichen wie harmonischen Natur wird allerdings weder von den biblischen Traditionen noch von der evolutionswissenschaftlichen Erkenntnissen zur natürlichen Welt gedeckt. Obwohl es ohne Zweifel auch altruistisches Verhalten in der Natur gibt, ist sie doch durchsetzt von Instabilitäten und von zerstörerischer Gewalt. Als lebensförderliche wie auch lebensfeindliche Natur bedarf sie um den Überlebens der Menschen willen der menschlichen Chaosbegrenzung – z.B. durch Impfungen. Diese ordnenden Interventionen schließen allerdings das Risiko mi tein, in der Chaosbegrenzung selbst das lebensfeindliche Chaos zu vermehren.
Der doppelt realistische Blick auf das erfahrungsgesättigte narrative Denken der kanonischen Schriften und auf die Dynamik der Evolution bewahrt vor der Flucht in eine fragewürdige theo-politische Romantik. Christen beten weder die Natur noch das Leben an, sondern hoffen mit der Natur auf einen Neuschöpfung von Himmel und Erde – und handeln entsprechend.

Referent: Prof. Dr. Dr. Günter Thomas, Bochum

In Kooperation mit der Evangelischen Akademie im Rheinland und der Melanchthon Akademie Köln
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